Maßnahmen für mehr Chancengleichheit

Im österreichischen Schulsystem haben Kinder aus bildungsarmen Familien die schlechtesten Startbedingungen. Viele Kinder können ihre Talente nicht entfalten, weil der Bildungsstand sozial vererbt wird. Das muss nicht sein, denn Schule soll Begabungen fördern und allen Kindern gleiche Chancen bieten.

Dazu braucht es kluge Änderungen. Klicke auf die Maßnahmen, um zu sehen wie diese wirken:

Auswirkungen:
Die Ganztagsschule ermöglicht es ungleiche Bildungschancen zu kompensieren und schafft mehr gemeinsame Freizeit für Eltern und Kinder. Die individuellen Begabungen werden besser gefördert - unabhängig von den finanziellen Mitteln der Eltern.
Auswirkungen:
Die gemeinsame Schule reduziert den elterlichen Einfluss auf die Schulwahl und verhindert zu frühe Bildungswegentscheidungen ohne Mitsprache der Kinder. Eine gemeinsame Schule bedeutet gegenseitiges Lernen zuzulassen und von der Vielfalt der Kinder zu profitieren. Unterschiedliche Hintergründe werden zu einer Bereicherung.
Auswirkungen:
Die bedarfsgerechte Schulfinanzierung kompensiert unterschiedliche soziale Ausgangslagen und damit Förderbedarfe an Schulen. Zusätzliche Lehrkräfte und individuelle Förderung helfen soziale Unterschiede in der Herkunft der Kinder auszugleichen.


Die Bildung der Eltern wirkt auf die gesamte Schullaufbahn. Sie ist der Hauptgrund für unterschiedliche Bildungserfolge von Kindern. Sie beeinflusst direkt die Schulwahl und die Leistung von Kindern.
Die Schulwahl steht in direktem Zusammenhang mit dem Bildungsgrad der Eltern. Sie beeinflusst so auch die soziale Zusammensetzung einer Schule.
Die soziale Zusammensetzung einer Schule hängt direkt mit der Schulwahl zusammen, die von der Bildung der Eltern mitbestimmt wird. Sie wirkt auf die Schulleistung und dadurch auf den Bildungsweg der Kinder.
Die Bildung der Eltern und die soziale Zusammensetzung einer Schule beeinflussen die Schulleistungen von Kindern. Das wirkt sich direkt auf den Bildungsweg von Kindern aus.
Bildungswege und damit die Chancen der Kinder werden hauptsächlich vom Bildungsstand der Eltern bestimmt. Der Bildungsstand ist also oft keine Fragen von Interessen oder Talenten, sondern wird vererbt.

Bildung der Eltern Soziale Zusammenstellung Schulwahl Leistung Bildungsweg

Was heißt ganztägige Schule?

Es gibt mehrere ganztägige Schulformen. Die verschränkte Ganztagsschule bedeutet, dass sich Unterricht, Lern- und Freizeit abwechseln. Das wirkt sich positiv auf die Lernmotivation und die Entwicklung sozialer Kompetenzen aus. Sie hilft bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Die Eltern werden bei der Hausaufgaben- und Lernbetreuung entlastet, mehr Freizeit ohne Lernstress wird möglich. Andere Formen, wie die freiwillige Nachmittagsbetreuung, erfüllen die genannten pädagogischen Aufgaben nur teilweise.

Was heißt gemeinsame Schule?

Die frühe Selektion mit 10 Jahren ist europaweit weitgehend einzigartig und sie zementiert soziale Unterschiede. Eine gemeinsame Schule der 6 bis 14-Jährigen ist eine Basis, dass SchülerInnen in ihren Stärken und in ihren Schwächen gefördert werden. Sie ermöglicht ein gemeinschaftliches Lernen unabhängig vom Einkommen, dem Beruf oder der Bildung der Eltern. Dafür sind kleinere Gruppengrößen, bessere Ausstattung der Schulen, bessere pädagogische Ausbildung der LehrerInnen und mehr Mitsprache der SchülerInnen Voraussetzung.

Was heißt bedarfsgerechte Schulfinanzierung?

Eine bedarfsgerechte Schulfinanzierung beachtet bei der Zuweisung von Ressourcen unterschiedliche Kriterien wie Einkommen und Bildungsstand der Eltern oder Förderbedarfe der Kinder an der jeweiligen Schule. Mittels eines Sozialindex erhält die Schule je nach Bedarf mehr Ressourcen, um die Kinder gezielt zu fördern. Das verbessert die Leistungen der SchülerInnen und hilft gezielt die Talente der Kinder zu fördern. Das bringt insgesamt mehr Chancen unabhängig vom Bildungsstand der Eltern.

Was passiert mit Alexandra?

Alexandra lebt mit ihrer Mama Ingrid immer noch am Land. Ingrid ist nach wie vor Vollzeit berufstätig. Ihre Tochter geht nun in die örtliche gemeinsame Ganztagsschule. Sie wird entsprechende ihrer Stärken und Schwächen gefördert und möchte mit 14 in eine berufsbildende höhere Schule wechseln. Ihre Mutter wird durch die ganztägige Förderung ihrer Tochter sowohl zeitlich als auch finanziell entlastet. Die Freizeit gestalten beide nun gemeinsam, ohne schulischen Druck.

Was passiert mit Maximilian?

Max wohnt noch am Land. Er besucht dort die örtliche gemeinsame Ganztagsschule, wie fast alle seiner Freunde. Sein Vater möchte immer noch, dass Max später einmal den Betrieb übernimmt und die Landwirtschaft fortführt. Durch die Ganztagsschule muss Maximilian weniger am Hof mithelfen, er hat dafür mehr Zeit für die Schule. Seine Eltern freuen sich über die gute Förderung ihres Kindes, beide haben ohnehin wenig freie Zeit. Ob er die Landwirtschaft übernimmt möchte Max erst nach dem Besuch einer weiterführenden Schule entscheiden.

Was passiert mit Miriam?

Miriam besucht die gemeinsame Ganztagschule. Dort wird sie ohne finanziellen elterlichen Aufwand gefördert. In ihrer Klasse befinden sich Kinder unterschiedlicher sozialer Herkunft - ihr Migrationshintergrund hat keinen Einfluss auf ihre schulischen Leistungen. Miriam möchte in jedem Fall die Matura absolvieren, ob sie studieren möchte kann sie allerdings noch nicht sagen.

Was passiert mit Kamil?

Kamil besucht eine gemeinsame Ganztagsschule in der Stadt. Entsprechend seiner guten Leistungen wird er in der Schule gefördert - unabhängig von der finanziellen Situation seiner Eltern. Kamil erwägt nun die Möglichkeit einer Lehre mit Matura. So könnte er frühe finanzielle Unabhängigkeit mit einem guten Schulabschluss verbinden. Auch seine Eltern freuen sich über Kamils positive schulische Entwicklung und würden ihn auch beim Besuch einer weiterführenden Schule in jeder Hinsicht unterstützen.

Was passiert mit Friedrich?

Friedrich lebt mit seinen Eltern noch am Land, er besucht dort die gemeinsame Ganztagsschule. Für ihn hat sich der Alltag kaum verändert. Der private Nachhilfeunterricht und das Lernen mit der Mutter wurden durch schulische Förderung ersetzt. Seine Freizeit kann Friedrich nun frei gestalten. Friedrichs Eltern wollen immer noch, dass er später studiert und Anwalt wird, Friedrich selbst könnte sich aber auch eine Ausbildung mit mehr Praxisbezug vorstellen.

Was passiert mit XY?

Xy besucht die gemeinsame Ganztagsschule. In den Klassen befinden sich Kinder unterschiedlicher sozialer Herkunft – Migrationshintergrund, Geschlecht und das Einkommen der Eltern haben keinen Einfluss auf die Schulleistung. Xy wird entsprechend seiner/ihrer Stärken und Schwächen gefördert. Seine/ Ihre Eltern werden durch die Ganztagsschule wiederum zeitlich und finanziell entlastet. Die Freizeit gestaltet die Familie nun gemeinsam, ohne schulischen Druck. Xy hat sich noch nicht für eine weiterführende Schule entschieden, entsprechend seiner/ihrer Interessen stehen mehrere Möglichkeiten zur Wahl. Für alle ist die neue Schulform ein Zugewinn.